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Wissenschaft - von der Kindheitsmelodie zum ewigen Thema und zurück

(elkement. Zuletzt geändert: 2013-03-26. Erstellt: 2012-11-02. Tags: Wissenschaft, Beruf, Berufung, Physik, Forschung. Englische Version.)

Ich überziehe das World Wide Web mit meinen Gedanken zu Wissenschaft, Physik im Besonderen, und Ausflügen in die Wissenschaftsgeschichte.

Aber ich beginne mich zu wiederholen und scheine einen Gleichgewichtszustand erreicht zu haben. Endlich. Als beratende Ingenieurin.

Was Wissenschaft nun eigentlich ist - da bin ich mir immer noch nicht sicher:  eine Sicht der Welt, eine Sammlung von fachlichen Disziplinen (mein positives Vorurteil gehört den Naturwissenschaften) oder etwas, das das soziale System der wissenschaftlichen Gemeinschaft hervorbringt?

Vor über 15 Jahre habe ich die akademische Welt verlassen - eine Entscheidung gegen den Lebensstil des Postdoc-Nomaden, aber keine einfache. Blog-Artikel zum Thema 'Leaving Academia' kann ich nie unkommentiert lassen, siehe The Cult of Academia und A Nerdy Break-Up: Leaving the Academic Life (empfehlenswert!).

Hier ist meine Aufarbeitung dazu: The Dark Side Was Strong in Me.

Zeitsprung: Ich hatte entdeckt, dass

  • ich etwas Eigenes starten wollte

  • und nie Teil irgend eines Systems sein wollte. Das gilt für die Scientific Community genau so wie für Großkonzerne.

Es hatte einige Jahre gedauert, mein Unternehmergeist war damals als Wissenschaftlerin noch nicht geweckt - eher im Gegenteil. Als langjährig ausgebildeter Experte, wahrscheinlich so spezialisiert wie in keinem anderem Beruf, hatte ich mich gefühlt wie ein ewiger Lehrling. Vor mir eine ins Unendliche ausgedehnte Leiter an zu erledigenden Stufen, Papers, Projektanträge.

Im Gegensatz dazu war die Feedback-Schleife des Unternehmers sehr einfach zu verstehen und motiviert: Kunden bezahlen jetzt für etwas, das jetzt gebraucht wird. Wie immer: Im Nachhinein weiß man, dass alles einfach gewesen wäre. Scheinbar.

Mit Ende 2012 habe ich einen Zen-würdigen 'Milestone' erreicht. Die Stimmen in meinem Kopf bedrängen mich nicht mehr, die Lämmer haben aufgehört zu schreien. 2012 hat sich nichts Wesentliches geändert, abgesehen von mir selbst: 2012: The Year We Make Contact.

Ich lese die älteren Versionen mit zeitlichem Abstand. Die Englische Version von 2008 war eher als eine Ergänzung zu sehen.... und wie ich finde: Sie hat meine Begeisterung für die Bücher von Bertrand Russell vorweggenommen.

Heute kann ich mein Verhältnis zu (Natur-)Wissenschaft so zusammenfassen:

Wie für Russell hat für mich eine Welt des klaren, logischen Denkens einen Wert an sich. Physik und Mathematik sind Teil unserer Kultur, nicht nur die Grundlagen oder die Hilfsmittel zur Entwicklung von Technologien. Ich habe die Grundlagen der Physik, insbesondere die Theoretische Physik im letzten Jahr wiederentdeckt.

Trotz des angeblich exponentiellen Wissenswachstums ändern sich die Grundlagen der Physik nicht. Ein tiefes Verständnis der Grundlagen (ohne Googeln) erleichtert die Aufnahme der inkrementellen Neuerungen.

Mich interessiert die Entwicklung von Erklärungen zu Fragen wie: Warum ist der Himmel blau? Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Eine wirkliche Antwort auf diese scheinbaren Alltagsfragen erfordert u.U. ein Eindringen in die mathematischen Details oder das Aufrollen eines Teilgebietes der Physik.

Jede Fragestellung aus der Physik enthält bei sorgfältiger Betrachtung eigentlich die gesamte Physik und damit ein umfassendes Weltverständnis.

(Für die Festschrift meiner Schule, des BG Ramsauerstraße, zum 25-jährigen Schuljubiläum. Alte Deutsche Rechtschreibung.)

Beim Schreiben dieser Zeilen kann ich mich der Erinnerungen an die Deutschaufsätze meiner Schulzeit nicht erwehren. Der Reflex: 'Welcher Einleitungssatz ist besonders kreativ?' ist immer noch da. Außerdem habe ich trotz Übermittlung meiner Worte an den Computer mittels Spracherkennungssoftware das Gefühl, ein typisches Papier zu produzieren. Das Papier in all seinen Ausprägungen wie dem Strategiepapier, der Publikation, oder dem Projektantrag stellt für mich (leider) einen der Angelpunkte der Forschung in Österreich dar.

Der Wert von Papieren wird oft gemessen an Ihrer physikalischen Masse, an ihrem optischen Erscheinungsbild und am gesellschaftlichen Status des Produzenten, unabhängig vom Inhalt. Ein Papier erscheint nach außen, d.h. dem mitunter gelangweilten Leser, sachlich und objektiv, allein den wissenschaftlichen Fakten verpflichtet. Niemand würde ahnen, welch leidenschaftliche Kämpfe bei der Entstehung eines Papiers um die Anordnung von Namen in einer Autorenliste toben können, oder wie persönlich und subjektiv die Erwähnung oder Streichung objektiver Fakten an der richtigen Stelle sein kann.

Das gegenständliche Papier enthält aber nichts anderes als meine persönlichen Gedankensplitter, die ich bei der Analyse der letzten zehn Jahre aufsammle und verdient daher den Namen Papier eigentlich nicht. Ich bewahre eine gewisse Distanz zur wissenschaftlichen Gesellschaft, die den Wert Ihrer Mitglieder an der Zahl Ihrer Publikationen mißt - und das, obwohl oder vielleicht gerade weil mir als Vorzeigestudentin und eifrigem Publizierer zu oft attestiert wurde, prädestiniert für diese Art Laufbahn zu sein.

Vielleicht wird nun von mir erwartet, eine Lanze für die Leistungsgesellschaft zu brechen und für schärfere Selektion und Begabtenförderung einzutreten. Gerade ein Sub-auspiciis-Absolvent sollte aber vor allem beweisen, entgegen dem Streber-Klischee ein ganz normaler Mensch zu sein, und sich mit anderen normalen Menschen frei von akademischem Standesdünkel normal unterhalten zu können. Ich bin mir bewusst, daß während meiner Ausbildung auch das notwendige Quentchen Glück, die sprichwörtliche 'blede Masn' im richtigen Moment auf meiner Seite war.

Mein Misstrauen gegenüber der sogenannten etablierten Gesellschaft, deren Mitglieder mir erklären, daß sich gute Leistung immer bezahlt macht (z.B. in Form eines sogenannten adäquaten Arbeitsplatzes), ist geblieben. Zu Beginn meines Studiums habe ich geglaubt, das größte seelische Problem eines Forschers würde es sein, die Folgen seiner Entdeckungen abzuschätzen und die Weitergabe von Ergebnissen ethisch zu rechtfertigen: Stichwort Atomspaltung und Gen-Kartoffeln. Mir ist heute klar, daß sich nur wenige Physiker den Luxus solch philosophischer Gedanken leisten können, da sie zuerst einmal mit ihrer Existenzangst das eigene Überleben betreffend fertig werden müssen. Wenn man dann das Glück hat, interessante und zudem lukrative Aufträge zu erhalten, können die Folgen einer Entwicklung meist nicht wirklich abgeschätzt werden: Man entdeckt heute nicht mehr - wie in einem Science-Fiction-Film - die ultimative Weltformel, sondern liefert als relativ kleines Zahnrädchen einen kleinen Beitrag in einer unüberschaubaren Forschungs- und Entwicklungsmaschinerie.

Die Abhängigkeit des jungen, idealistischen Forschers von Stellen und Personen, die wohlwollend wieder einen Vertrag für die nächsten Monate bewilligen und die mit der 'Motivierbarkeit' und 'Ausbeutbarkeit' spielen können, ist schwer in einem Satz zu beschreiben und auch den Betroffenen oft unbewußt. Ich kritisiere hier ein System, das hochqualifizierte Menschen oft über Ihr 30. Lebensjahr hinaus in einem Zustand des Sie-müssen-noch-so-viel-Lernen (wenn Sie Ihre Dissertation, Habilitation,... schaffen wollen) hält und sie an der Entfaltung einer natürlich-selbstbewußten Einstellung hindert. Womit sich der Kreislauf aus Verengung des Horizontes auf das Fachgebiet, auf dem man noch so viel lernen muß, damit verbundener effektiver Fehlqualifikation bezüglich des realen Arbeitsmarktes, aus frustrierenden Bewerbungserlebnissen, sinkendem Selbstvertrauen und resignierendem Warten auf die nächste Vertragsverlängerung schließt.

Ich zog auf der Basis meines Bilderbuch-Lebenslaufes und der Erlebnisse verschiedenster Kollegen bei meiner Promotionsrede vor einem Jahr den beunruhigenden Schluß: 'Eine wichtige Erkenntnis, die ich daher aus einigen Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit gewonnen habe, ist, daß man nie eine Arbeit in Angriff nehmen sollte mit dem Ziel, irgendwann dafür Anerkennung zu erhalten.'

Vor einigen Tagen habe ich meine selbständige Tätigkeit als EDV-Berater aufgenommen und bin sicher, daß ich mit der letztgenannten Einstellung, d.h. ohne Vertrauen auf Erfolg trotz aller Unsicherheiten nicht weit kommen würde.

Anerkennung ist nicht unbedingt an standardisierten Kriterien wie dem gesellschaftlichen Status oder der Zahl der Menschen, die meine Mitarbeiter oder meine Fans sind, meßbar. Erfolgreich ist für mich nur, wer innere Zufriedenheit ausstrahlt entsprechend dem Gebet eines weisen Menschen: 'Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Einsicht, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden'. Der selbstverständliche Umgang eines unheilbar Kranken mit seinem Schicksal beeindruckt mich mehr als die frustrierten Äußerungen einer gestreßten Führungskraft über den Preis ihres Erfolges. Frank Stronach imponiert mir nicht in erster Linie wegen seines unternehmerischen Erfolges, sondern weil er beweist, daß einem Spitzenmanager gesellschaftlicher Weitblick und Humor nicht fremd sein müssen.

Diejenigen, die einer Präsidentschaftskandidatin Naivität vorwerfen, werden mir vielleicht sagen wollen, daß man nur von auch finanziell quantifizierbarem Erfolg leben kann und nicht von schönen Worten allein. Soziales Gewissen und unternehmerisches Denken sind für mich aber kein Widerspruch, sondern zwei Aspekte meiner Entscheidungsfreiheit. Ich brauche keinem Manager mehr mit meiner Forschungsarbeit Material für bunte Folien zu liefern, auf denen anhand von immer weniger werdenden Strichmännchen gezeigt wird, wie effiziente Forschung die Personalkosten senkt. Ich muß heute vor mir und meinem Gewissen verantworten, wie ich meine Preise gestalte und wie sich die Dienstleistungen, die ich anbiete, auf die Gesellschaft auswirken.

Die Sicherheit, zu tun, wofür man sich bestimmt fühlt, kann stärker motivieren als die vermeintliche Sicherheit des unbefristeten Dienstverhältnisses. Ich glaube, daß jeder Mensch ein unverwechselbares Potential besitzt, und daß jeder mit einem empfindlichen intuitiven Sensor ausgestattet ist, der ihn zur Quelle wirklicher Zufriedenheit führen kann, wenn er sich die Zeit nimmt, ihn zu aktivieren. Als Hochqualifizierter vom Staat zu verlangen, daß dieser nach der Ausbildung auch die entsprechende Arbeitsumgebung bereitstellt, fällt z.B. nicht in diese Kategorie und ist meiner Meinung nach der Grund für den außerordentlich hohen Frustrationsgrad unter denen, die 'schöne Forschung' betreiben wollen und immer wieder an den Rahmenbedingungen verzweifeln.

Gerade die aktuellen Entwicklungen in der Informationstechnologie bieten Chancen für neue, unkonventionelle Berufsbilder, die sich nicht in die Schemata der klassischen Ausbildungszweige und Kategorien wie Arbeitnehmer oder Selbständiger fassen lassen. Meine Vision von der Arbeitswelt der Zukunft ist eine Welt, in der bedingt durch eine neue Form der Kommunikationskultur Hierarchien, Standorte, Statussymbole und Titel immer unwichtiger werden; eine Welt, in der die Bedeutung von Fachwissen zurücktritt hinter die Fähigkeiten, sich Wissen jederzeit neu und flexibel anzueignen. Ich hoffe, daß diese Entwicklung eine Gesellschaft gleichberechtigter Menschen hervorbringen wird, in der jeder seine Positionen öfter überdenken muß und sich niemand auf Kosten anderer auf seinen wohlerworbenen Rechten ausruhen kann.

Ich bin Wissenschaftler geworden, weil ich beweisen wollte, daß wissenschaftliche Tätigkeit und ethisches Handeln kein Widerspruch sein müssen. Und weil ich die Lebensbedingungen auf diesem Planeten verbessern wollte. Ob ich noch Wissenschaftler bin und ob zweiteres angesichts der tatsächlichen 'papierenen' Ausprägung der Wissenschaft überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Aber daß ich in meiner jetzigen Position eher etwas zur Verbesserung der wirklichen Welt beitragen kann, dessen bin ich mir sicher.

Persönliche Website von Elke Stangl, Zagersdorf, Österreich, c/o punktwissen.
elkement [ät] subversiv [dot] at. Kontakt