Kurz vor einem Neubeginn (als solcher noch unerkannt)

(elkement. Zuletzt geändert: 2012-01-03. Erstellt: 2011-01-07. Tags: Leben, Arbeit, Entscheidungen. Englische Version.)

Wenn man seine Geschichte rückwirkend betrachtet, tendiert man dazu, sie umzuschreiben. Oder man überflutet sie rückwirkend mit Sinn ((C)) Viktor Frankl). Deshalb behalte ich auch alte Versionen bei und zwinge mich dazu, sie immer wieder aufs Neue zu kommentieren. Irgendwann wird auch der Lebenslauf unübersichtlich, deshalb hier: die aktuelle kurze, nicht objektive Version:

Ich wollte immer wissen, wie Dinge wirklich funktionieren und warum Menschen wie handeln. Ich habe angeblich als Kind ein Spielzeugauto zerlegt auf eine Art, die man nicht nachvollziehen konnte. Ich züchtete Kristalle aus Kalialaun und Kupfersulfat (solange, bis ich ein nicht wärmebeständiges Glas zerstörte) und bastelte mathematische Körper aus Papier - bis zum 'gesternten Rhombikosidodekaeder'. Später habe ich mit gepulsten UV-Lasern auf kleine Keramikpillen geschossen, das entstehende bunte Wölkchen fotografiert und aus dem Material aus diesem Wölkchen dünne Schichten wachsen lassen. Ich habe versucht zu verstehen, warum sich diese Wolke wie ausbreitet und warum die entstehende Schicht bei einer bestimmten Temperatur ihren elektrischen Widerstand verliert - oder warum nicht.

Ich war am meisten daran interessiert, zu verstehen warum etwas wie ist, war oder werden wird. Etwas aus dieser Erkenntnis zu 'bauen', war mir weniger wichtig. Aber ich habe zunehmend genau Letzeres getan, vielleicht auch aufgrund meiner praktischen Forschungen warum Menschen wie handeln. Oder warum 'Systeme' von Menschen sich so oder so verhalten. Warum etwas notwendig, wichtig, richtig oder opportun ist. Als Pünktchen in vielen Systemen habe ich so meine Beiträge geleistet.  Geprägt hat mich vor allem mein zwiespältiges Verhältnis zur Erfahrung als technischer Retter in der Not:  Ruhm und Ehre versus Burnout und stoisch-ethische Selbstverpflichtung.

Heute interpretiere ich folgenden roten Faden in mein Lebensbuch: Seit fast 25 Jahren versuche ich, technische und naturwissenschaftliche Inhalte, Themen, Fragen zu erklären. 'Erklären' setzt eine tiefe eigene Erkenntnis und Durchdringung voraus, das aktive Durchleben, das Denken in mathematischer formaler Sprache. Ich bin ein Fan von Richard Feynman.

Steile Pfade für Kurvenhuper, Teneriffas Ostpitze, Anagagebirge. 2004, eine Reise mit Symbolkraft.

Persönliche Website von Elke Stangl, Zagersdorf, Österreich, c/o punktwissen.
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