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Landeshauptmann Pühringer war in Vertretung von Bundespräsident Klestil anwesend. Ich hätte die Rede vorher schriftlich einreichen sollen, was ich nicht gemacht habe. Steht aber so im Sub-Auspiciis-Gesetz.

Lieber Herr Landeshauptmann, liebe Festgäste,

zuerst möchte ich mich bei allen Vorrednern für ihre Worte bedanken. Sie als Vertreter des offiziellen Österreich und der Universität geben uns als Absolventen das Gefühl, eine besondere - und vor allem sinnvolle - Leistung vollbracht zu haben. Nach 12 Jahren schulischer und universitärer Anstrengungen könnten wir somit feststellen, dass Talent sich immer durchsetzt und Ausdauer sich immer bezahlt macht.

Ganz bewusst sage ich '...könnten wir feststellen...', da ich in diesem Moment insbesondere an Kollegen denke, die nur sehr knapp an der Sub-Auspiciis-Auszeichnung vorbeigeschrammt sind. Ich würde jetzt nicht vor Ihnen stehen, wenn ich in der 5.Klasse Mittelschule den ausgezeichneten Erfolg nur um einen Zweier versäumt hätte. Ich weiß, man kann auch die Bronzemedaille bei olympischen Spielen nur um eine Hundertstel Sekunde versäumen - jede Form einer quantitativen Leistungsbeurteilung verlangt nach einer Art Qualifikationsgrenzlinie.

Ich kann mir aber vorstellen, wie es wäre, auf der anderen Seite dieser Linie zu stehen. Und ich bin mir bewusst, dass auch das notwendige Quäntchen Glück, die sprichwörtliche blede Masn im richtigen Moment auf meiner Seite war. Ich werde jetzt keine Lanze für die Leistungsgesellschaft brechen und für schärfere Selektion und Begabtenförderung etc. eintreten. Ich sehe in dieser Auszeichnung in erster Linie einen Arbeitsauftrag ganz anderer Art für mich selbst. Wir werden heute ausgezeichnet für analytisches Denken, fachliche Kompetenz und Durchhaltevermögen; als Menschen qualifiziert uns der Ring des Präsidenten aber noch nicht.

Gerade ein Sub-Auspiciis-Absolvent muss beweisen, entgegen dem Streber-Klischee ein ganz normaler Mensch zu sein, und sich mit anderen normalen Menschen frei von akademischem Standesdünkel normal unterhalten zu können. Man kann sich den Respekt von Kollegen und Mitarbeitern nicht durch das Etikett Sub Auspiciis verdienen (übrigens auch nicht durch das Etikett Akademiker), sondern nur durch die in dem jeweiligen Augenblick unter Beweis gestellte Kompetenz. Bzw. dadurch, auch die Kompetenz anderer sogenannter weniger Gebildeter auf ihrem Gebiet anzuerkennen. Und vor allem dadurch, eigene Fehler und Wissenslücken zuzugeben.

Von diesen Gedanken war ich auch bisher immer überzeugt. Anders verhält es sich mit meiner Einstellung zu Aussagen wie Gute Leute finden immer einen Job. Zu den demotivierendsten Dingen im Leben eines fertigen Physikers gehören heute die Karriere-Seiten der Tageszeitungen. Hier könnte man sagen: 'Täglich nichts'. Wer als Physiker in einer interessanten Position arbeiten möchte, benötigt nicht nur die geeignete Qualifikation, sondern vor allem ein Heer von Schutzengeln.

Elke Stangl, Rede zur Promotion
(8. Oktober 1996, Universität Linz)

Am Beginn meines Studiums waren laut Informationsbroschüre der Arbeiterkammer die Arbeitsmarktchancen für Physiker noch intakt. Damals habe ich geglaubt, das größte seelische Problem eines Forschers würde es sein, die Folgen seiner Entdeckungen abzuschätzen und die Weitergabe von Ergebnissen ethisch zu rechtfertigen; Stichwort Atomspaltung und Gen-Kartoffeln. Mir ist heute klar, dass sich nur wenige Physiker den Luxus solch philosophischer Gedanken leisten können, da sie zuerst einmal mit ihrer Existenzangst das eigene Überleben betreffend fertig werden müssen.

Wenn man dann das Glück hat, interessante und zudem lukrative Aufträge zu erhalten, können die Folgen einer Entwicklung meist nicht wirklich abgeschätzt werden: Man entdeckt heute nicht mehr – wie in einem Science-Fiction-Film – die ultimative Weltformel, sondern liefert als relativ kleines Zahnrädchen einen kleinen Beitrag in einer unüberschaubaren Forschungs- und Entwicklungsmaschinerie. Was ich nicht als primär negativ sehe, sondern als Zeichen unseres explodierenden Wissens. Leider führt diese zunehmende Spezialisierung der Fachgebiete dazu, dass am Arbeitsmarkt eher gerade aktuelle Spezialkenntnisse gefragt sind als das berühmte technische Allgemeinwissen des Physikers.

Mein Dank gilt an dieser Stelle daher allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des schwierigen Experimentes Überleben am Arbeitsmarkt beigetragen haben. Ich wurde an dieser Universität sehr gut auf meine jetzige Tätigkeit vorbereitet. Das Forschungszentrum Seibersdorf ist aber auch im Moment einer der sehr wenigen außeruniversitären Arbeitgeber in Österreich, die einen Physiker wirklich auf Grund seiner Qualifikation als Physiker schätzen. Ich glaube, ich würde es mir es mir zu leicht machen, wenn ich jetzt versuchen würde, Ihnen eine Patentlösung für das Problem Arbeitslose Physiker anzubieten; ich möchte eigentlich nur ein paar Fragen in den Raum stellen: Warum wird in Österreich im internationalen Vergleich so wenig in Forschung und Entwicklung investiert? Und warum wird in wirtschaftlich schlechteren Zeiten zuerst bei Forschung und Entwicklung gekürzt, wenn doch nur ständige Innovation das langfristige Überleben sichert?

Warum haben wir im europäischen Durchschnitt eine zu geringe Akademikerquote, obwohl es nicht genug Arbeitsplätze für diese Akademiker gibt ?

Warum wird höhere Qualifikation von Arbeitskräften als Heilmittel gegen die Arbeitslosigkeit gepriesen, wenn man als promovierter Physiker als hoffnungslos überqualifiziert gilt ? Und warum sollen die sogenannten 'guten Leute' nur prädestiniert für die Universitätslaufbahn sein? Vielleicht weil sie in der Industrie keine Chance mehr haben?

Streng genommen, müssten heute schon 10- bis 14-jährige Informationen darüber erhalten, welche Qualifikation in 10 Jahren benötigt wird, um die richtigen Weichen in ihrem Leben stellen zu können. Es wird immer wichtiger, möglichst früh damit zu beginnen, den eigenen Marktwert einzuschätzen und zu erhöhen. Und vor allem, sich selbst als PR-Manager in eigener Sache gewinnbringend zu verkaufen. Diese Entwicklung mag vielleicht positiv zur Bewusstseinsbildung in Richtung unternehmerisches Denken beitragen, das in Österreich mit Sicherheit zu wenig ausgeprägt ist.

Ich sehe aber darin aber vor allem einen Trend zu einem zunehmend brutaleren Verdrängungswettbewerb, den eher der Skrupellosere als der Kompetentere gewinnt. Diese Selektion wird nicht unbedingt Persönlichkeiten in Spitzenpositionen bringen, die in der Lage sein werden, die stark miteinander vernetzten Probleme unserer Zeit wirklich zu bewältigen. Ich bin überzeugt, dass diese Probleme nur durch eine Koordination und Fokussierung von Anstrengungen auf allen Gebieten gelöst werden können - also durch eine tatsächliche Zusammenarbeit. Generell habe ich aber das Gefühl, dass es in der Wissenschaft zu oft um die Profilierung von Einzelpersonen geht. Die wissenschaftlich-akademische Arbeit birgt für den einzelnen die Gefahr, zu einem klassischen egoistischen Einzelkämpfer zu werden. Die Gefahr liegt in meinen Augen überhaupt nicht in der Beschäftigung mit Technik und Naturwissenschaft. Naturwissenschaftler sind nicht zwangsläufig gefühlsarm und introvertiert.

Das Problem liegt eher in der Natur der Dokumentation und Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen. Die Dissertation, die am Anfang der wissenschaftlichen Laufbahn steht, gilt immer noch als Leistung eines einzelnen bzw. soll zumindest so dargestellt werden. Interessanterweise ist eine der wesentlichen in der Wirtschaft erwarteten Fähigkeiten aber die Fähigkeit zur Teamarbeit. Danke daher an alle Mitarbeiter der Abteilung für Angewandte Physik, die am Gelingen unserer Dissertation und unserer Publikationen maßgeblich beteiligt waren.

Obwohl auf einer wissenschaftlichen Publikation meistens ein Team von Autoren aufscheint, ist die in der wissenschaftlichen Welt maßgebliche Werteinheit die Zahl der Publikationen pro Person. Es existiert ein kunstvolles Evaluierungssystem, das Publikationen nach dem Niveau einer Zeitschrift gewichtet, auf die Zahl der aktiven Forscher in einem Land bezieht, usw. Auch die Zahl der Sub-Auspiciis-Absolventen könnte zum Gegenstand statistischer Auswertungen gemacht werden: Wäre es nicht einleuchtend, wenn eine hohe Anzahl solcher Absolventen ein Zeichen für ein niedrigeres Niveau eines Studium wäre? Wir sind ja hier z. B. vier Technik-Absolventen. Die Überlegung soll zeigen, dass diese scheinbar objektiven Beurteilungen sehr unterschiedlich ausgelegt werden können und nicht unbedingt motivierend sind für jemanden, der immer versucht, das Limit seiner Leistungsfähigkeit auszuschöpfen.

Eine wichtige Erkenntnis, die ich daher aus einigen Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit gewonnen habe, ist, dass man nie eine Arbeit in Angriff nehmen sollte mit dem Ziel, irgendwann dafür Anerkennung zu erhalten. Man muss in jedem Moment 100%ig vom Sinn der eigenen Leistung und der eigenen Ergebnisse überzeugt sein. Das ist insbesondere für einen auch experimentell arbeitenden Forscher, für den Fehlschläge zum Alltag gehören, nicht immer leicht zu verwirklichen. Danke daher an alle, die uns besonders in Augenblicken unterstützt und vor allem aufgeheitert haben, in denen noch kein unmittelbarer Erfolg oder wissenschaftlicher Ruhm abzusehen war. Insbesondere der Humor einiger ehemaliger Kollegen wird mir sicher in besonderer Erinnerung bleiben. Ich hoffe, ich konnte klarmachen, was ich für den prinzipiellen Auftrag des Wissenschaftlers halte. Mache von Ihnen werden das vielleicht als naive Vision empfinden: Wir als Wissenschaftler sollten uns immer bemühen, prinzipiell für die Sache selbst zu arbeiten – letztendlich für die Verbesserung der Lebensbedingungen auf diesem Planeten (auch wenn das sehr schwülstig klingt). Und nicht zur Befriedigung unseres persönlichen Ehrgeizes.

Mit der Hoffnung, dass Sie gerade mir in meinem Alter auch eine naive Vision zugestehen, danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Persönliche Website von Elke Stangl, Zagersdorf, Österreich, c/o punktwissen.
elkement [ät] subversiv [dot] at. Kontakt